Endometriose ist politisch! Wahlen in Deutschland

Zwei Millionen Betroffene in Deutschland. Unterfinanzierte Forschung. Ungenügende Versorgungssituation. Extrem lange Diagnosezeiträume. Unzureichende Kostenübernahmen für notwendige Medikamente und Behandlungen.

Der Umgang von Gesellschaft und Politik mit Endometriose muss sich ändern. Wir setzen uns für die Interessen von Endometriosebetroffenen ein und möchten, dass Endometriose zu einem der zentralen Themen der Gesundheitspolitik der nächsten Jahre wird. Daher haben wir auf Basis unserer umfangreichen Studie vom November 2020 einen Forderungskatalog an die Bundesregierung erarbeitet, der 15 konkrete Forderungen an die Bundespolitik enthält. Mit diesen Forderungen konfrontieren wir die Politiker*innes des Bundestages und arbeiten daran, dass diese zukünftig umgesetzt werden.

2021 hat mit grandiosen Nachrichten begonnen: Frankreich möchte, als erstes europäisches Land, eine nationale Endometriose-Strategie entwickeln. Ein wichtiger Schritt, um die Versorgungssituation der Betroffenen umfassend zu betrachten und Probleme übergreifend zu lösen. Präsident Macron hat Endometriose als gesellschaftliches Problem erkannt und möchte es als solches angehen.

Auch wenn seine Kolleg*innen in Deutschland noch keine Strategien zu Endometriose vorgelegt haben, erkennen wir, dass das Thema langsam bei Politiker*innen ankommt. Es werden Anträge formuliert und es werden Gespräche gesucht. Das ist ein guter erster Schritt, aber es muss mehr passieren. Die Probleme der Betroffenen müssen gehört und gelöst werden.

Zwei aktuelle Möglichkeiten, um uns Gehör zu verschaffen sind die anstehenden Landtagswahlen in Schleswig-Holstein 8. Mai 2022 und in Nordrhein-Westfalen am 15. Mai 2022. Politik für Endometriose-Betroffene kann man nicht nur im Bund machen. Vor allem für alle Aspekte rund um die Bildungspolitik braucht man das Gehör der Länder, um Endometriose zum Beispiel auf die Lehrpläne im Sexualkundeunterricht zu bringen. Auch die Bündelung von Informationen zu regionalen Angeboten fällt in die Verantwortung der Landespolitik

Und deswegen seid ihr wieder gefragt!

Wenn ihr in Schleswig-Holstein oder NRW wohnt, sprecht mit euren Kandidat*innen vor Ort und informiert sie über die Herausforderungen, vor denen Endometriose-Betroffene stehen! Dieses Mal haben wir neben Positionspapieren mit jeweils zehn Forderungen auch Info-Blätter mit den wichtigsten Fakten rund um Endometriose und Argumentationshilfen zusammengestellt!

Während des Wahlkampfs ist der Kontakt zu Landtags-Kandidat*innen wichtig. Noch wichtiger ist es aber, nach der Wahl mit euren neuen Landtagsabgeordneten in Kontakt zu treten: Hier haben wir gemeinsam die Möglichkeit, in zwei Landtagen die insgesamt fast ein Viertel aller Leute in Deutschland vertreten, eine Politik für Endometriose Betroffene zu schaffen.

Sucht deswegen auch das Gespräch und den Austausch nach der Wahl. Leitet die Positionspapiere weiter. Klärt eure Abgeordneten vor Ort auf und gemeinsam verschaffen wir uns den Respekt, den die Endometriose Betroffenen verdient haben!

Hier findet ihr die Forderungs-Papiere für die jeweiligen Landtageswahlen in

Schleswig-Holstein (Wahl am 8. Mai 2022)

Nordrhein-Westfalen (Wahl am 15. Mai 2022)

Saarland (Wahl war am 27. März 2022)

Und natürlich arbeiten wir auch schon fleißig an einem Papier für die Landtagswahl in Niedersachsen im Oktober 2022. Falls ihr dazu Anregungen habt oder euch direkt in die Erstellung des Papiers einbringen möchtet, meldet euch gerne bei Verena Fisch (v.fisch@endometriose-vereinigung.de).

Zusätzlichen haben wir eine Argumentationshilfe und eine Zusammenfassung des politischen Handlungsbedarfs erarbeitet, die im Gespräch mit Politiker*innen hilfreich sein können.

Alle Landes-Papiere können direkte an Politiker*innen weitergeleitet werden. Am besten mit einem persönlichen Schreiben oder Ausdrucken und am Wahlstand übergeben.

Wir brauchen eine laute und starke Lobby, die sich für die Interessen von Endometriosebetroffenen einsetzt.

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